Disorder

Colonne Durruti Plakat

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Vor 80 Jahren, im Juli 1936 erhoben sich Millionen Menschen gegen den faschistischen Putsch des General Franco in Spanien.

„Der Mensch macht die Geschichte und ist zugleich ihr Produkt. Auch Durruti, wie jeder Mensch, dessen wesentliche Tugend darin besteht, sich selbst treu zu bleiben, unterliegt dieser allgemeinen Regel: Die Menschen machen die Geschichte, während sie zugleich ihre Kinder sind“, schreibt Abel Paz im Vorwort zur spanischen Ausgabe 1977. nd diesem Wechselverhältnis wird er gerecht, indem er die Biographie Durrutis eng mit den Vorbedingungen und dem Verlauf des Spanischen Bürgerkriegs verknüpft.

In keinem Land der Welt war die Idee des Anarchismus so weit verbreitet wie in Spanien. Die anarchistische Gewerkschaft CNT hatte in ihren Hochzeiten über eine Million Mitglieder, über 500 000 Menschen begleiteten in Barcelona Durrutis Sarg und machten seine Beerdigung zu einer der größten politischen Manifestationen in der Geschichte Spaniens.

Die Gründe für den Erfolg des Anarchismus sind vielfältig: Bis zum Ersten Weltkrieg war die Iberische Halbinsel ein reines Agrarland, in dem sich archaische Gesellschaftsformen und ein Widerwille gegen jegliche Art von Zentralismus gehalten hatten. Als ökonomischer Gegenpol zu den überwiegend armen Regionen Spaniens entwickelten sich Kataloniens Industriezentren, vor allem die Provinzhauptstadt Barcelona. Daß sich die Arbeiter Kataloniens dem Anarchismus zuwandten, erklärt sich zu einem nicht unerheblichen Teil aus den Autonomiebestrebungen der Region.

In ihrer Organisationsstruktur war die 1910 in Barcelona gegründete anarchistische Gewerkschaft CNT streng den Prinzipien des Anarchismus verpflichtet: keine Beitragszahlung und keine Funktionäre (sie hatte nur einen bezahlten Generalsekretär). Da sie über keine Streikkasse verfügte, waren ihre Arbeitskämpfe zwangsläufig kurz, aber dafür um so heftiger. Nachteile wie Vorteile einer solchen Organisation liegen auf der Hand: Die CNT konnte wenig effizient sein, weil sie nicht in der Lage war, zentral und rasch zu reagieren. Und genau dieses Manko sollte ihr in den Kämpfen des Spanischen Bürgerkriegs zum Verhängnis werden. Auf der anderen Seite konnte sich eine Führungsclique, die nur auf ihre eigenen Vorteile bedacht ist, gar nicht erst herausbilden. 1922 entwickelte sich aus der CNT ein illegaler Arm, eine kleine Gruppe, die sich Los Solidarios nannte und mit Sabotageaktionen und Überfällen von sich reden machte. Mitbegründer und entscheidender Motor dieser Gruppe war Buenaventura Durruti, ein Mechaniker aus León in Kastilien.

Buenaventura Durrutis Leben gleicht tatsächlich einem Abenteuerroman, obwohl er alles andere als ein Abenteurer war. Geboren wird er am 14. Juli 1896 in León. Den Lehrern gilt er als „unartiges Kind, aber warmherzig und von edlen Gefühlen“. Schon als Jugendlicher schließt sich Durruti der Gewerkschaft an; er wird als Rädelsführer bei diversen Streiks in der ganzen Region so bestellt. daß ihn bald kein Arbeitgeber mehr einstellt. Als Primo de Rivera 1923 die Macht ergreift, die CNT in den Untergrund geht, beginnt für Durruti und einige seiner Freunde ein achtjähriges Exil, das sie auf abenteuerlichen Wegen über Frankreich und Deutschland bis nach Kuba und Lateinamerika führen wird. In keinem dieser Länder ist Durruti vor Verhaftungen sicher, und überall gibt es sofort Ärger, wenn er eine Arbeit aufnimmt und gegen Ungerechtigkeit agitiert. Erst 1931, als in Spanien die Republik ausgerufen wird, können Durruti und seine Gefährten zurückkehren.

Vor allem Durrutis Rolle im Spanischen Bürgerkrieg hat erheblich zur Mythenbildung beigetragen; dabei blieben ihm nach dem Putsch Francos im Juli 1936 bis zu seiner Ermordung im November gerade einmal vier Monate. In historischen Abhandlungen über den Bürgerkrieg wird viel über die internationalen Brigaden geschrieben, über die Verteidigung Madrids und das Elend der Zivilbevölkerung, aber wenig darüber, daß sich in Aragonien und Katalonien Land- und Betriebskollektive bildeten, also anarchistisch organisierte Räte, die ihr Schicksal nicht länger den Großgrund- und Fabrikbesitzern überlassen wollten. Den Anarchisten ging es nicht in erster Linie um die Verteidigung der Republik, sondern um eine grundlegende Umwälzung der Gesellschaft. Trotzdem wurde die berühmte „Kolonne Durruti“, in der Tausende Anarchisten zunächst in Aragonien, dann in Madrid kämpften, von der Volksfront-Regierung geduldet und instrumentalisiert, weil sie für den Kampf gegen die faschistischen Putschisten von Nutzen war. Gnädig übertrug man der CNT sogar drei (allerdings unbedeutende) Ministerposten. Auf der anderen Seite versuchte die Regierung, die Kontrolle zu behalten, indem sie beispielsweise die Wiedereinführung konventioneller Militärstrukturen befahl, deren Abschaffung die Anarchisten zuvor erfolgreich durchgesetzt hatten. Anfang November 1936 wurde die „Kolonne Durruti“ aufgefordert, sich von Aragonien ins umzingelte Madrid zu begeben. Die letzten von Zeitzeugen höchst widerspruchlich geschilderten Tage Buenaventura Durrutis hatten begonnen.

Der Spanische Bürgerkrieg begann, als am 17./18. Juli 1936 Militärs, unter der Führung von General Franco, versuchten, die junge spanische Republik zu stürzen. Ziel der Franquisten und katholischen Klerikalfaschisten war es, in Spanien eine Diktatur zu errichten. Anders als 1933 in Deutschland gab es in Spanien jedoch massiven und lange Zeit erfolgreichen Widerstand großer Teile der Bevölkerung gegen die faschistische Machtergreifung.

In den Städten übernahmen revolutionäre ArbeiterInnen die Fabriken. Auf dem Land ergriffen Bauern, Bäuerinnen, LandarbeiterInnen und Tagelöhner die Initiative, gründeten Agrarkollektive und bemächtigten sich des Landes. Durch die Schaffung tausender freier Schulen und die autodidaktische Aneignung gelang den AnarchistInnen eine Alphabetisierungskampagne, die historisch beispiellos ist. Die Basis der Sozialen Revolution war der spanische Anarchismus, der sich schon vor 1936 zu einer Massenbewegung entwickelt hatte.

Es gibt dazu sehr viel spannende Literatur. Wir wollen euch als Lesetipp einige Bücher ans Herz legen.

* Lisa Fittko – Mein Weg über die Pyrenäen

* Mary Low – das rote Notizbuch

* George Orwell – mein Katalonien

* Magnus Enzensberger – ein kurzer Sommer Anarchie

* Durrutis Köchin – Anonym (Ventil Verlag)

* Abel Paz – Durruti Biografie

Filmtipp:

Ken Loach – Land and Freedom

Kronstadt Plakat

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Dieses Plakat erinnert an die Aufständischen Matrosen und libertäre Kommunist:innen von 1921 in Kronstadt.

Unter dem Motto „Alle Macht den Sowjets – Keine Macht der Partei“ forderten die Aufständischen von Kronstadt eine Rücknahme des diktatorischen Einflusses der Kommunistischen Partei Russlands (KPR) auf die politischen Entscheidungsprozesse und eine Demokratisierung Sowjetrusslands. Nachdem ein Übergreifen der Revolte auf das Festland und weitere Teile Sowjetrusslands gescheitert war, nutzten die Aufständischen die Festungsanlagen der Baltischen Flotte von Kronstadt auf der Kotlin-Insel, die Sankt Petersburg gegen Angriffe von Westen schützen sollten. Die zur Niederschlagung des Aufstands eingesetzten Truppen der Roten Armee wurden zunächst zurückgeschlagen.

Im Februar und März 1921 revoltierten die Matrosen der Festungsstadt Kronstadt in Unterstützung einer Streikbewegung im nahegelegenen Petrograd gegen die bolschewistische Herrschaft in Russland. Der Aufstand wurde schließlich von der Roten Armee unter Federführung Trotzkis blutig niedergeschlagen. Noch heute sorgt das Thema „Kronstädter Matrosenaufstand“ für hitzige Debatten und Polemiken zwischen AnarchistInnen und RätekommunistInnen auf der einen und TrotzkistInnen auf der anderen Seite. 1917 noch als eine Speerspitze der kommunistischen Revolution gefeiert, setzten sich die Matrosen 1921 für eine dritte Revolution ein – für ein freies Rätesystem an Stelle der bolschewistischen Parteienherrschaft. Sie bezahlten diesen Affront gegenüber den BolschewistInnen mit dem Tod. Am 17. März 1921 viel

Am 22. Januar 1921 kürzten die Bolschewiki die in Sowjetrussland vorgeschriebene Brotration per Dekret um ein Drittel. Dieses Dekret löste ernsthafte Proteste aus. Am 23. Februar 1921 begannen etwa 10.000 Mitglieder der Parteien der Sozialrevolutionäre und Menschewiki in Moskau einen Streik, dem sich Arbeiter der dortigen Stahlwerke anschlossen. Am 24. Februar 1921 begannen in Petrograd Streiks in den Patronny-Munitionswerkstätten, den Trubotschny- und Baltiskiwerken und der Fabrik Laferme. Am selben Tage wurden vom Petrograder Verteidigungskomitee der KPR (B) Kursanten zur Wassiljewski-Insel befohlen, um die dort versammelten Arbeiter auseinanderzutreiben. Am 25. Februar schlossen sich Arbeiter der Admiralitätswerkstätten und der Galernaja-Docks dem Protest an. Eine Straßendemonstration Streikender wurde von bewaffneten Einheiten verhindert.
Das Petrograder Verteidigungskomitee der KPR (B) unter dem Vorsitz von Grigori Sinowjew bezeichnete die Unruhen in den Fabriken der Stadt als Rebellion und verhängte am 26. Februar das Kriegsrecht. Gewerkschafter, die die Streiks organisiert hatten, wurden verhaftet. Zeitgleich wurde die Schließung der Trubotschny-Fabrik und die Aussperrung der Streikenden angeordnet. Die Bolschewiki begannen Truppen der Roten Armee in Petrograd zusammenzuziehen. Die in Kronstadt stationierten Matrosen der Baltischen Flotte sympathisierten mit den Streikenden. Am 26. Februar besuchte eine Abordnung der Kronstädter Matrosen Petrograd, um die Lage in der Stadt zu erkunden. Nach der Rückkehr der Abordnung am 28. Februar hielten die Matrosen der Schlachtschiffe Petropawlowsk und Sewastopol eine Krisensitzung ab, in deren Ergebnis eine Resolution verabschiedet wurde.
Die auf dem Schlachtschiff Petropawlowsk verabschiedete Resolution enthielt 15 Forderungen. Die wichtigsten davon waren:

• Sofortige Abhaltung neuer Wahlen mit geheimer Abstimmung, wobei die vorherige Wahlkampagne volle Agitationsfreiheit unter den Arbeitern und Bauern haben sollte.
• Einführung der Rede- und Pressefreiheit für Arbeiter und Bauern, Anarchisten und links stehende sozialistische Parteien.
• Absicherung der Versammlungsfreiheit für Arbeitergesellschaften und Bauernorganisationen.
• Befreiung aller politischen Gefangenen der sozialistischen Parteien und aller in Verbindung mit Arbeiter- und Bauernbewegungen eingesperrten Arbeiter, Bauern, Soldaten und Matrosen.
• Sofortige Abschaffung aller bewaffneten Gruppen der Bolschewiki zur Konfiszierung von Lebensmitteln und anderen Produkten.
• Den Bauern volle Aktionsfreiheit in Bezug auf ihr Land zu geben, ebenso das Recht, Vieh zu halten, unter der Bedingung, dass sie mit ihren eigenen Mitteln auskommen, das heißt ohne gedungene Arbeitskräfte zu verwenden.

Trotzki drohte den Rebellen: Sie würden „abgeschossen wie die Hasen“, wenn sie nicht sofort kapitulierten. Letzte Vermittlungsversuche durch eine anarchistische Gruppe, der unter anderem Alexander Berkman und Emma Goldman angehörten, scheiterten. Der Aufstand wurde blutig zerschlagen.

Rio Reiser Poster

Ein Nachruf von Blixa Bargeld
(sänger der berliner band „einstürzende neubauten“)

Rio Reiser begegnete mir erstmals, als ich Anfang der siebziger Jahre begann, Musik zu hören. Seine Band „Ton Steine Scherben“ hatte die Platte „Keine Macht für niemand“ herausgebracht, die Initialzündung für die deutsche Rockmusik.

Es hat sofort funktioniert. Ton Steine Scherben waren die beste Alternative zu einem schlechten Tag, sie spendeten Kraft und Identität.

Ton Steine Scherben waren die einzige Band, der es gelang, die Idee von Rockmusik eins zu eins ins Deutsche zu übertragen. Die meisten reduzierten sie auf den Begriff „Polit-Band“, aber der direkte Ausdruck eines Lebensgefühls, einer Haltung, eines Gedankens ist nicht bloß politisch, sondern er ist zugleich der Sinn von Rockmusik überhaupt.

Ihre Musik war wahr, der Text war deutsch. Und das Jahre bevor andere sich ganz selbstverständlich das Recht nahmen, deutsch zu singen. Rio hat es vorgemacht – und er ist für mich der einzige deutsche Rocksänger geblieben.

Seine musikalischen Vorbilder waren Liverpool, Merseyside, die Beatles; später, noch viel mehr, die Rolling Stones. In dieser Tradition schrieb er klassische Songs, nicht nur für Ton Steine Scherben, sondern auch für freie Theatergruppen wie das „Kollektiv Rote Rübe“ und das erste deutsche Schwulen-Theater „Brühwarm“. Jeden guten Song verstand er als kleines Universum.

Ton Steine Scherben waren die ersten, die ihre Platten selbst hergestellt und vertrieben haben, lange bevor der Begriff „Independent“ aufkam und bald zu einer schwammigen Stilbezeichnung verkam. Sie entzogen sich den Produktionsbedingungen des

Musik-Business: Rio und die Scherben konnten ihre Aufnahmen auch in einer Turnhalle machen, im Tommi-Weißbecker-Haus oder zu Hause.

Mitte der siebziger Jahre sah und hörte ich zum erstenmal Ton Steine Scherben auf der Bühne: Ich habe noch nie jemanden in Deutschland singen gehört und gesehen, der wie Rio in der Lage war, innerhalb von Sekunden eine intime Beziehung, geradezu eine Liebesbeziehung, mit jedem einzelnen seiner Zuhörer aufzubauen.

Singen vor Publikum ist eine eigenartige Beschäftigung: Man kann das Blut, das man den Menschen entzieht, wie ein Vampir schlucken, oder man kann es verwandeln und zurückgeben.

Rio Reiser strahlte Kraft und Macht aus, die er vom Publikum bekam, und er gab sie wieder zurück. Charisma ist eine Fähigkeit, die sich nicht erlernen läßt, und sie hat nichts mit Image und bloßer Bühnenpräsenz zu tun. Selbst bei einem banalen Song konnte er irgendein bestimmtes Wort so singen, daß es einem kalt den Rücken runterlief.

Später lernten wir uns kennen, und ich war öfters in Fresenhagen, wohin die Scherben 1975 aus Berlin geflüchtet waren, zu Besuch. Wir haben die Nächte durch geredet, haben gequatscht über das Neue Testament und Politik, über Astrologie und Musik und über das Singen überhaupt. Vermutlich wäre auch ich nicht so einfach dazu gekommen, deutsch zu singen, wenn es Rio nicht gegeben hätte.

Ton Steine Scherben waren der vielleicht einzige gemeinsame Nenner, auf den sich jeder beziehen konnte. Musikalisch waren ihnen die „Einstürzenden Neubauten“ nicht besonders nahe, aber von der Motivation und Intention her schon. So tauchten zum Beispiel bei unseren ersten, sehr spontanen Konzerten immer wieder Scherben-Fragmente auf. Sie brachen aus uns heraus.

1985 lösten sich die Scherben auf, und die Soloplatten, die Rio Reiser danach machte, mochte ich nur zum Teil. Aber er selbst hat mal gesagt, daß seine Solokarriere mit Songs wie „König von Deutschland“ nur ein Mittel sei, um die hochverschuldeten Ton Steine Scherben eines Tages wiederauferstehen zu lassen. Für mich haben sie sich nie aufgelöst. Sie haben nur vorübergehend aufgehört zu spielen.

Rios Art zu leben und zu singen war kräftezehrend. Daß er mit 46 Jahren gestorben ist, erfuhr ich, als ich in einer Radiosendung saß und gerade ein Interview beendet hatte. Ich habe nur ein einziges Wort gebrüllt: „Scheiße!“

Von Blixa Bargeld

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Antifascist Partisans

Hier kommt die zweite, überarbeitete Auflage unseres „Antifascist Partisans“ Posters!!! Die erste ist restlos ausverkauft und wir haben uns dran gesetzt das Motiv neu zu gestalten!

Wir freuen uns natürlich sehr über so viel Zuspruch und positive Kritik, die wir für die Arbeit erhalten haben. Danke euch allen.

A1 – 150 gramm Karton. Offset Druck

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Milja Marin Poster

Milja Marin.
Plakat A1 – 150 gramm Offset Druck

Antifascist Partisans
Das jüngste Plakat unserer Reihe „Antifascist Partisans“ zeigt die junge jugoslawische Partisanin Milja Marin, die wir von dem berühmten Werk des Fotografen Žorž Skrigin nachgezeichnet haben. Das im Winter 1943 entstandene Bild wurde in Jugoslawien und weit darüber hinaus zu einer Ikone des antifaschistischen Kampfes und zum Symbol der Schönheit des Widerstandes. Das Porträt mit dem Titel „Kozarčanka“ (Die Frau aus Kozara) gab allen unbekannten Kämpfer_innen gegen den Faschismus ein Gesicht.
Milja Marin, geborene Toroman, war eine von zehntausenden Frauen, die am antifaschistischen Widerstand gegen die faschistische Besatzung in Jugoslawien teilnahmen. Bei der Aufnahme war Milja 17 Jahre alt und im Sanitätsdienst der 11. Kozara-Brigade in dem gleichnamigen bosnischen Gebirge eingesetzt. Sie wurde 81 Jahre und starb am 10. November 2007. Zuletzt lebte sie von monatlich 300 Mark (ca. 150 Euro) Rente.

Der Widerstand
Wenige Monate nach dem Überfall Nazideutschlands und dessen Verbündeten auf Jugoslawien im April 1941 hatte die Kommunistische Partei unter ihrem Vorsitzenden Josip Broz Tito zum Widerstand gegen die faschistische Besatzung aufgerufen. Aufgrund des brutalen Terrors allen voran von Wehrmacht und SS gegen die Bevölkerung und der rücksichtslose Ausplünderung des Landes wuchs die multinationale Partisan_innenbewegung schnell an.
Neben den Besatzern gab es auch „einheimische“ Gegner. In Kroatien wurden die faschistischen „Ustascha“ an die Macht gebracht, sie betrieben in Jasenovac das einzige nicht von den Nazis geführte Vernichtungslager in Europa. In Serbien kämpften die von England unterstützten monarchistisch-nationalistischen „Tschetniks“ und in Slowenien die reaktionären „Domobranci“ gegen die Partisan_innen.
Die antifaschistische Bewegung vereinte unter dem Motto „Brüderlichkeit und Einheit“ alle jugoslawischen Bevölkerungsgruppen. Es gab selbst die Ernst-Thälmann-Brigade von deutschen Antifaschisten an denen sich ca. 200 Kämpfer beteiligten.
Die Partisan_innen waren für besonders verfolgte Gruppen wie Jüdinnen und Juden oder Romnja und Roma offen und zudem oft die einzige Möglichkeit, der Vernichtung zu entkommen und den Krieg zu überleben. Immer wieder gab es auch Aktionen, um Gefangene zu befreien.
Vor allem Frauen hatten in der Bewegung eine wichtige Rolle. Sie waren an direkten Aktionen gegen die Besatzer beteiligt, aber auch im Sanitätsdienst bzw. in zivilen Bereichen des Widerstands aktiv. Mit der Antifaschistischen Frauen-Front verfügten sie über eine eigene Massenorganisation, die es vielen Frauen erstmals ermöglichte, sich politisch zu engagieren und zu emanzipieren.
Unter der Parole „Tod dem Faschismus – Freiheit dem Volke“ konnten die Tito-Partisan_innen die deutschen, italienischen und ungarischen Besatzer vertreiben. Gleichzeitig besiegten sie auch die „einheimischen“ Gegner. Jugoslawien war 1945 das einzige Land in Europa, das sich im Zweiten Weltkrieg selbst befreite. Trotzdem forderte der Krieg unzählige Opfer: über eine Millionen Menschen starben und das Land wurde großenteils zerstört.

Ein anderer Sozialismus
Die Partisan_innen kämpften nicht nur gegen die faschistische Besatzung, sie begannen in den von ihnen befreiten Gebieten, eine solidarische Gesellschaft aufzubauen: So wurden Räte eingerichtet und die Macht den Menschen geben, um über über ihre Belange selbst zu entscheiden und das, was man hatte, gerecht zu verteilen. Die antifaschistische Widerstand ging einher mit einer sozialistischen Revolution. Auch unter den Partisan_innen war der Umgang von Solidarität bestimmt; Kultur und Bildung hatten einen hohen Stellenwert und waren allen zugänglich.
Nach dem Krieg wurde Jugoslawien neu gegliedert, die sechs Teilrepubliken – Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro und Mazedonien – waren gleichberechtigte Landesteile. Keine Bevölkerungsgruppe sollte eine andere dominieren.
Mit dem Bewusstsein, das Land selbst befreit zu haben, kam es 1948 zum Bruch mit der Sowjetunion unter Stalin. Jugoslawien nahm seinen eigenen Weg zum Sozialismus. Und so proklamierte der Staat, sich selbst abschaffen zu wollen. Ein Schritt dahin war die Arbeiterselbstverwaltung: Die Arbeiter sollten – auch ausgehend von den Erfahrungen während des Widerstands – selbst und unmittelbar über die Produktion entscheiden. Dazu wurden zu erst Räte in den Fabriken und später auch in anderen Bereichen der Gesellschaft eingeführt. Es gab wohl kein anderes (sozialistisches) Land, das eine so lebendig Kultur- und Subkulturszene hatte und in dem so lebendig über Fragen des Marxismus diskutiert wurde.
Außenpolitisch war Jugoslawien auch wegen der eigenen Befreiungsgeschichte ein Vorbild für viele ehemalige Kolonien, die in den 50er und 60er Jahren unabhängig wurden. Unter Tito wurde die „Blockfreien Bewegung“ gegründet, die sich weder dem kapitalistischen Westen unterwerfen noch dem bürokratischen Ostblock anschließend wollte. Statt Abhängigkeit sollten die Länder dieses antiimperialistischen Bündnisses gleichberechtigte Partner sein.
Ab Mitte der 70er Jahre, spätestens jedoch in den 80er Jahren, befand sich Jugoslawien in einer Wirtschaftskrise. Über das, was es noch zu verteilen gab, wurde gestritten, und nach dem Tod von Tito 1980 auch zunehmend mit nationalistischen Argumenten. Nationalisten waren zwar Anfang der 90er Jahre noch eine Minderheit. Doch gelang es ihnen mit Unterstützung des Westens, Jugoslawien durch einen grausamen Krieg zu zerstören und in sieben kapitalistische Nationalstaaten aufzuspalten.
Der Widerstand der Partisan_innen mag vorerst Geschichte sein. Doch der Kampf gegen den Faschismus und für eine solidarische Gesellschaft bleibt – auch vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen – auf der Tagesordnung.

Die jugoslawischen Partisan_innen haben uns gezeigt, dass der erfolgreiche Kampf für eine bessere Welt auch in einer schier aussichtslosen Lage möglich ist. Die Erinnerung daran gilt es wachzuhalten.

Besonders bedanken
möchten wir uns bei der Gruppe SolidarnOst für den Text.

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wir geben nicht nach..:!

Das Punkrock und viele Bands uns sehr beeinflusst haben, ist ja kein Geheimnis… Slime gehören auf alle Fälle zu den ersten fünf Bandnamen die wir aufzählen, wenn die Frage aufkommt wie es eigentlich zu unserer Arbeit und dem Laden „Disorder Rebel Store“ kommt. Die Freude, als sie uns gefragt haben, ein T-Shirt für sie und das interessante Projekt dna merch gestalten zu wollen, war natürlich gross, und wir haben promt losgelegt:

Das Motto war: „Wir geben nicht nach!“ nach einem Zitat von Erich Mühsam, und das ist nun dabei herausgekommen:

Vestellen könnt ihr das Shirt hier:

http://bit.ly/2fOguMv

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Hamburg 2017

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Am 7. & 8. Juli ’17 findet mitten in Hamburg ein G20-Gipfel statt: geschützt von einem massiven Sicherheitsapparat treffen sich die Regieraungschef_innen der reichsten und mächtigsten Staaten der Erde, die für eine auf Profitmaximierung ausgerichtete Politik stehen und diese mit „Freihandels“-Verträgen wie CETA, TTIP, EPA & Co. verewigen wollen. Die globalen Folgen sind brutale soziale Ungleichheit, Klimawandel, Kriege, Flucht und Prekarität.
Doch wo sie sind, sind auch wir!
Kreativ, vielfältig und massenhaft werden wir unsere Kritik auf die Strasse tragen – seid dabei!

in eigener Sache

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Wir sind ein kleiner, selbstorganisierter Klamotten-Laden in Berlin Kreuzberg. Neben einer kleinen aber feinen Auswahl an Musik und fair gehandeltem Kaffee findet ihr im Laden in erster Linie T-Shirts, Hoodies und Plakate mit unseren Grafiken die wir in dieser Zeit für wichtig halten. Grafische Intervention, Gestaltung, Siebdruck und Merchandise sind unsere Medien mit dem wir uns in unseren Alltag einmischen und uns artikulieren wollen.

Und das hier ist unser Online Store!

Es gibt eine Auswahl an Shirts, Postern und Hoodies die Du hier bestellen kannst. Wir machen den Laden und die ganze Gestaltungsarbeit nicht aus kommerziellen Interessen und dennoch muss auch ein solches Projekt jede Menge Kosten und Ausgaben bewältigen um zu überleben. Es gab Momente in den letzten Jahren, in denen wir am liebsten alles hingeschmissen hätten, weil es einfach nicht machbar schien das alles zu rocken und die nötigen Kosten einzuspielen. Aber – kein Disorder Rebel Store ist auch keine Lösung – und so haben wir uns entschieden nochmal ganz neu durch zu starten.

Neue Grafiken und Motive, Neuer Webshop (1000 Dank an dieser Stelle für Mike B. für all die ganzen Jahre und an Liberto Montecruz und MX für die kommenden) und – Neue Preise! Bei letzterem bitten wir um Euer Verständnis das wir die Preise deutlich anheben mussten. Das ist uns alles andere als leicht gefallen, allerdings mussten wir bitter lernen, das es einfach nicht anders möglich ist, einen Laden mit allem Drum und Dran aufrecht zu erhalten und im End fett drauf zu zahlen… 15 Euro im Schnitt für ein Shirt und 35 Euro für Fair produzierte Kapuzenpullis sind unserer Meinung aber noch im Rahmen und durchaus vertretbar.

Soweit erstmal, wir ziehen nach den ersten Monaten mit dem neuen Webshop auf jedem Fall eine sehr positive Bilanz und freuen und das alles so gut angelaufen ist und die ganze Sache gut ins rollen gekommen ist!!

Deutschland? Nie wieder!

Marlene Dietrich, Berliner Weltstar des Films und des Chansons.

Deutschland? Nie wieder – Plakat A1 auf 180 Gramm Karton.

Marlene Dietrich war Deutschlands erster internationaler Star und schon zu Lebzeiten ein Mythos. Sie war nicht nur Hollywood-Ikone und „Femme Fatale“, sie war auch eine überzeugte Antifaschistin, weshalb sie Zeit ihres Lebens bei vielen Deutschen als „Vaterlandsverräterin“ galt. Die kumpelhafte Göre zeigte den Anständigen, was Anstand ist.

In ihrem ersten amerikanischen Film „Marocco“ trat sie bereits 1930 als Sängerin in Männerkleidung auf, was einen Sturm der Entrüstung auslöste, gleichzeitig aber eine Revolution der Damengarderobe darstellte – viele Frauen folgten ihrem Beispiel und trugen fortan Hosen. In den folgenden Jahren entstanden aus der Zusammenarbeit mit Regisseur Sternberg einige ihrer erfolgreichsten Filme, darunter auch „Shanghai Express“ und „The devil is a Woman“.

Durch ihre engen Kontakte zu jüdischen KünstlerInnen und Intellektuellen, von denen immer mehr aus Deutschland fliehen, nimmt sie den immer brutaler werdenden Antisemitismus in ihrer Heimat sehr genau wahr. Für viele EmigrantInnen ist Paris damals die erste Anlaufstation. Hier trifft sich Marlene immer wieder mit ihrem Ehemann Rudi Sieber, von dem sie sich unterdessen getrennt hat, aber trotz unzähligen Liebesbeziehungen in inniger Freundschaft verbunden bleibt und nie scheiden lässt. „Als wir nach Paris kamen, war das Zimmer meiner Mutter, zum Beispiel ihre Suite im George V, ein Ort, den jeder Flüchtling, insbesondere aus Berlin, aufsuchte. Sie wussten, hier bekamen sie etwas zu essen, hier bekamen sie Geld, hier bekamen sie Arbeit, wenn es welche gab“, erinnert sich Marlenes Tochter Maria an die Zeit in Paris. Und sowohl Marlene wie ihr Ehemann, der noch in Düssel-dorf lebte, wussten schon anfangs der 30er-Jahre – lange bevor es die Presse und Weltöffentlichkeit wahr haben wollten – was damals in Deutschland geschah, wie jüdische MitarbeiterInnen plötzlich aus den Dienstplänen und von der Bildfläche verschwanden. In dieser Zeit werden in Deutschland auch einige Filme mit Marlene Dietrich verboten
Tatsächlich wollen die Nazis Marlene Dietrich unbedingt wieder „Heim ins Reich“ holen. Es wäre ein grosser Propaganda-Coup gewesen, wenn sie, und sei es nur für einen Film, wieder nach Deutschland zurückgekehrt wäre. Sozusagen ein Sieg Nazi-Deutschlands über das „jüdische Hollywood“. In dieser Zeit lässt ihre Popularität in den USA nach, auch weil man ihr übel nimmt, dass sie Deutsche ist. Als „Kassengift“ verspottet, floppen mehrere Filme mit ihr desaströs. An diesem Tiefpunkt ihrer Karriere erhält Dietrich sehr lukrative Rollenangebote von deutschen Produktionsfirmen. Das NS-Propagandaministerium verspricht ihr gar, jegliche Negativpresse künftig zu unterbinden. Zwar war Dietrich schon damals für die breite Masse Nazi-Deutschlands eine moralisch fragwürdige Figur und anrüchige Person, doch Hitler und Goebbels waren beide eingefleischte Fans der Stilikone. Es wurde alles versucht, um sie wieder zurück nach Berlin zu lotsen; gleich mehrmals wurde Aussenminister Ribbentrop nach Paris geschickt, um die Dietrich umzustimmen, damit sie „Königin der Filmstars und Juwel der Nazi-Filmkrone wird“, wie sich Marlenes Tochter Maria erinnert, die sich mit ihrer Mutter an den Kostümen der Nazi-Delegationen belustigten. Hitler versprach ihr gar im Falle einer Rückkehr einen Triumphzug durchs Brandenburger Tor. Marlenes harsche Antwort: „Nur wenn mein (jüdischer) Mann mitfahren darf“. Dietrich war ziemlich wütend, dass die Nazis dachten, sie würde eine Rückkehr überhaupt in Erwägung ziehen, und meinte immer wieder: „Hitler ist nie über den Strapsgürtel im Blauen Engel hinweggekommen. Das habe ich jetzt davon.“ Als Reaktion auf die Angebote des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels beantragt sie schliesslich 1937 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Der „Stürmer“ schrieb dazu: „Die lange Verbindung der deutschen Schauspielerin Marlene Dietrich mit Juden hat ihren Charakter undeutsch gemacht. Der jüdische Richter nimmt ihr den Eid ab, mit dem sie das Vaterland verrät.“ In der Folge, wird sie im 3. Reich als „Judenfreundin“ und „Ami-Hure“ gebranntmarkt, was der deutschen Bevölkerung auch lange nach dem 2. Weltkrieg im Gedächtnis bleiben wird.

1937 flüchtet sie sich aus der Realität in die High Society an der französischen Riviera. Erst 1939 bekommt sie wieder eine Hauptrolle und ist als eingebürgerte Amerikanerin nun wieder en vogue. Zurück in Hollywood, öffnet Marlene ihre Villa der europäischen Exilanten-Szene. Wie schon in Paris geht sie intensive Verbindungen mit Intellektuellen wie etwa Fritz Lang, Erich Maria Remarque oder Max Reinhard ein. Hier trifft sie auch auf den französischen Schauspieler Jean Gabin, die grosse Liebe ihres Lebens. Als die Nazis Paris besetzen, erscheint vielen Europaflüchtlingen die Neutralität der USA immer unerträglicher. Sowohl Gabin wie Dietrich fühlen sich schuldig. Und jetzt, wo sie Amerikanerin ist, will Dietrich nicht nur Flüchtlinge unterstützen und gegen Hitler predigen.
Nach dem Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 tritt auch die USA in den 2. Weltkrieg ein. Gabin meldet sich als Freiwilliger bei der französischen Befreiungsarmee und Marlene bleibt allein zurück, nicht wissend, ob sie ihn je wieder sehen wird. Stattdessen dreht sie weiter Filme und macht Werbung für Kriegsanleihen. Dazu meint sie später einmal: „Ich gehe auf Tournee, um für Kriegsanleihen zu werben, mit deren Hilfe man Bomben kauft, um damit Berlin zu bombardieren, wo Mutter immer noch lebt. Ich versuche nicht darüber nachzudenken, denn wenn ich das täte, könnte ich nicht mehr weitermachen.“ Sie wendet sich an die US-Truppenbetreuung. Sie will an Frontshows auftreten, mitten im Kriegsgebiet. Schliesslich kommt sie 1943 nach Nordafrika, wo Jean Gabin stationiert ist. Später geht es nach Italien, Alaska, Island, Grönland und an die französisch-deutsche Front. Sie besucht Feldlazarette, gibt Bühnenshows und gestaltet Radioprogramme. In der Folge arbeitet sie im innersten Zirkel der Propaganda-Abteilung des US-Geheimdienstes OSS. Sie schreibt Songs und spricht über das Radio zu den deutschen Soldaten und fordert sie auf, mit dem sinnlosen und verbrecherischen Krieg aufzuhören. Bei der Schlacht in den Ardennen entgeht Dietrich nur knapp der Gefangennahme. Und sie will immer an die Front, um eine Soldatin unter Soldaten zu sein, nicht der glamouröse Hollywood-Star, der rasch vorbeischaut und ein paar Lieder trällert. Ein Filmstar in Uniform und ganz ohne Leibwächter und sonstiges Stargehabe, das macht Eindruck auf die Soldaten, die Marlene im Gegenzug vergöttern und auf den Händen tragen. Später wird sie einmal sagen, dass die Zeit mit den „Boys“ im Kampf gegen die Nazis die glücklichste Zeit ihres Lebens gewesen sei.
Ab den 50er Jahren steht Dietrich überwiegend als Sängerin auf der Bühne. Zu ihren berühmtesten Liedern zählen unter anderem „Von Kopf bis Fuss auf Liebe eingestellt“, „Lili Marleen“ und „Sag mir, wo die Blumen sind“. Bei einer zweiwöchigen Tournee durch Deutschland 1960, ist sie in der Presse starken Anfeindungen ausgesetzt. Es kommt zu Protesten und tumultartigen Szenen. Ein nicht geringer Teil der West-Deutschen Bevölkerung und der Presse hatte das Wort von der «Vaterlandsverräterin» schnell bei der Hand. Sie wurde beschimpft und bedroht, aber wie sie selbst betonte, war ihr Publikum begeistert von ihrer Show. In Düsseldorf wurde sie von einem jungen Mädchen angespuckt und auf einer Bühne warf jemand mit einem Ei und traf sie am Kopf. Sie weigerte sich allerdings energisch, „sich von einem blonden Nazi von der Bühne vertreiben zu lassen“. Bei einem Interview nach diesem Vorfall antwortete sie auf die Frage, ob sie Angst vor einem Anschlag hätte, lakonisch: „Angst? Nein, ich habe keine Angst. Nicht vor den Deutschen, nur um meinen Schwanenmantel, aus dem ich Eier oder Tomatenflecken kaum herausbekommen würde, um den habe ich etwas Angst.“

Dietrich wird angespuckt und als Verräterin denunziert. Umso herzlicher der Empfang in Osteuropa, wo man ihre Rolle während dem Krieg nicht vergessen hat und wo sie mitten im Kalten Krieg als erste Deutsche auf der Bühne steht. Ihrer Heimat kehrt sie aber für immer den Rücken zu und wird später mal einem Journalisten sagen: „Deutschland? Nie wieder!“, woraus später anfangs der 90er im Rahmen einer Kampagne der radikalen Linken gegen die Wiedervereinigung der antifaschistische Slogan „Nie wieder Deutschland!“ entstanden sein soll. Marlene Dietrich starb am 6. Mai 1992 in Paris.
Noch 1996 gab es in Berlin Kontroversen rund um die Benennung einer Strasse nach ihr.

Während Stars wie Heinz Rühmann, Zarah Leander oder Hans Albers, die mit schmalzigen Filmen während der NS-Zeit gross wurden, populärer denn je sind, ist Marlene Dietrich bis heute in Deutschland eine der meist unterschätzten Persönlichkeiten. Sie, die von sich selber einmal sagte: „Ich bin aus Anstand Antifaschistin geworden.“ Sie, die Unmoralische, der Glamourvamp, die kumpelhafte Göre, die laszive Diva, der verführerische „Puma“, wie Ernest Hemingway sie mal in einem Liebesbrief nannte, die den Anständigen zeigte, was Anstand ist.

Der Berliner Bezirk Tiergarten gab 1997 dem zentralen Platz zwischen den neu erbauten Potsdamer-Platz-Arkaden, Hotel Grand Hyatt und Musicaltheater/Casino den Namen Marlene-Dietrich-Platz. Die Widmung lautet: „Berliner Weltstar des Films und des Chansons. Einsatz für Freiheit und Demokratie, für Berlin und Deutschland“.

Zu ihrem 100. Geburtstag im Jahr 2001 entschuldigte sich das Land Berlin dann offiziell für die Anfeindungen. Erst am 16. Mai 2002, 10 Jahre nach ihrem Tod, erhielt sie die Ehrenbürgerschaft Berlins.

Diese Textpassagen haben wir unter anderem aus einem Beitrag im „Vorwärts – sozialistische Zeitung“ von Michi Stegmaier kopiert. andere Quellen sind derSpiegel, Wikipedia, Biografische Texte, Briefe und Nachrufe.

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